Zeltlager 2008 in Medelon

 

 
„GCLopoly“

 

Kinder spielen für ihr Leben gern – und genau das haben sie 2 Wochen lang mit ihren LeiterInnen und Leitern im Zeltlager 2008 in Medelon/Hochsauerland gemacht. Am 20. Juni 2008 begannen im Bundesland Hessen die Sommerferien, und rund 200 Schüler und Schülerinnen der St. Lioba-Schule nahmen den Weg über Los und fuhren in das Zeltlager vom 21.6 bis zum 28.6 oder vom 28.6 bis zum 5.7. 2008.

Unter der Leitung von Frau Hübner und Herr Korfmann begann die ereignisreiche Woche, direkt einen Tag oder eine Woche und ein Tag nach den Zeugnissen. Es versprach eine spannende Zeit zu werden, denn das große Spiel, dass die Kinder und Jugendlichen 1 Woche lang zusammen spielen wollten, hieß GCLopoly.

Große Aufregung herrschte am Parkplatz des Usa-Wellenbad und die Kinder sowie ihre LeiterInnen verabschiedeten sich aufgeregt von ihren Eltern, Geschwistern und Freunden. Das Tagesmotto des Anreisetages hieß „Siedler von Catan“ und nach einer 2-stündigen Busfahrt waren wir endlich auf dem Zeltplatz in dem Dorf Medelon angekommen. Nach dem Ausladen der Busse, wurden die Zelte- gemäß dem Zeltlagermotto- wie auf einem großen Monopolyspielfeld aufgebaut. Kleine Straßenschilder zeigten den Namen der Straße an und es gab sowohl eine Badstraße als auch die Schlossallee, sodass jeder optimal das Zelt von seinen Freunden finden konnte.

Doch jedes Spiel braucht Spielregeln und genau diese wurden jetzt erst einmal erklärt. Von der Einhaltung der Nachtruhe bis hin zu den einzelnen Ministerien wurden alle wichtigen Dinge genannt. Doch die wichtigste Regel lautete: Spaß haben!

Nach dem Abendessen folgte gleich der nächste Programmpunkt – die Kennenlernspiele. Vom Zeitungsschlagen bis zu dem Versuch die richtigen Schuhe zu einer Person zuzuordnen, war wieder eine kunterbunte Mischung dabei. Nun kannten sich alle und der Tag klang beim gemeinsamen Abendimpuls am Lagerfeuer aus. Zeltlagerlieder wurden im Schein der Flammen und mit Gitarrenbegleitung gesungen und anschließend fielen alle zufrieden und müde in ihre Schlafsäcke.

Gestartet wurde in den Sonntag mit einem Morgenimpuls und anschließend an das Früstück folgten die Vorbereitungen für den Gottesdienst. In den verschiedenen Gruppen konnten die Kinder ihrer Kreativität freien Lauf lassen, denn sowohl in der Fürbittengruppe als auch bei der Liederauswahl oder dem Anspiel waren gute Ideen gefragt. Nach dem- wie immer- sehr leckerem Mittagessen hatten sowohl die Leiter als auch die Kinder ein wenig Freizeit. Diese wurde auf sehr unterschiedliche Weise genutzt. Während die einen in der Sonne lagen, spielten die anderen wie die Weltmeister Brettspiele oder Fußball.

Aber auch das Platz- und Kloministerium kam nicht zu kurz, Kinder die sich nicht an die Regeln des Zeltplatzes hielten kamen zwar nicht direkt ohne über Los zu gehen in das Gefängnis, aber sie durften die Toiletten, Waschräume und den Platz säubern. Es gab natürlich nicht nur den Straf-Dienst, denn viele Kinder wollten sich etwas dazuverdienen und putzten, wischten und schrubbten freiwillig. Das wurde auch großzügig belohnt, denn jedes Kind bekam am Anfang des Zeltlagers ein eigenes Sparbuch indem es Punkte sammeln konnte. Diese wurden für besondere und gut gelöste Aufgaben- wie z.B. Platzdienst- vergeben. Am Donnerstag sollte dann jeder die Möglichkeit haben seine in der Woche gesammelten Punkte bei dem Casinoabend zu verspielen. Es würde teure Spiele geben- wie z.B. Poker- und kostenlose Spiele (Langeweile 1 und 2) die, die Kinder einen Abend lang spielen konnten doch das war größtenteils noch ein Geheimnis, um die Spannung auf das Event nicht zu mindern.

Nachdem nun diese Aufgaben erledigt waren, konnte es weiter im Programm gehen. Das Tagesthema hieß nicht umsonst „Spiel des Lebens“ und die Kinder hatten nun die Möglichkeit, um ihr Leben die Kooperationsspiele zu spielen. Hier war Teamgeist gefragt und alle Gruppen lösten die zum Teil etwas schwierigen Aufgaben. Anschließend mussten sich alle stärken und nach dem Abendessen begann der am Morgen vorbereitete Gottesdienst. Geplant waren verschiedene Stationen auf dem Weg zur Kirche in Medelon. Leider mussten diese unterwegs wegen des schlechten Wetters abgebrochen werden und der Rest des Gottesdienstes wurde in der Kirche gefeiert. Trotz des Regens kamen alle Gruppen zum Einsatz und gemeinsam wurde gebetet und gesungen.

Nach dem Zurücklaufen zum Zeltplatz wurde noch gespielt und nach dem Zähneputzen gingen auch die letzten SchülerInnen in ihre Zelte. Guten Morgen, die Zivilisation ruft! Das Tagesmotto am Montag hieß: „Stadt, Land, Fluss“. Heute stand ein langer Ausflug nach Willingen bevor. Erst eine Führung durch die Ski-Schanze und dann eine Wanderung bei wundervollem Sonnenschein. Das versprach Abwechslung pur. Nach dem etwas kulturellen Vormittag stand nun Spiel und Spaß auf dem Programm. Die Kinder konnten sich entweder für das Abenteuer-Schwimmbad entscheiden oder sie verbrachten den Nachmittag in einem Freizeitpark mit Flugshow. Nun durften alle noch einmal durch die Stadt Willingen schlendern. Eisessen, Postkarten an die Verwandten und Freunde schreiben und ein bisschen shoppen – das war eine willkommene Abwechslung. Erschöpft von den Programmpunkten, fielen anschließend alle in ihre Sitze im Bus. Nach dem leckeren Abendessen –es gab „Chili con Carne“ – fanden sich alle am Lagerfeuer zusammen. Einen gelungenen Abschluss des ereignisreichen Tages gab es beim Bingo-Spielen. Ein weiterer Tag neigte sich dem Ende zu und manche träumten von Wasserrutschen und Greifvögeln.

Doch die trügerische Nachtruhe währte nicht allzu lang. Leise schlichen sich die ersten dunklen Gestalten auf den Zeltplatz – jetzt bloß kein Geräusch verursachen! Sie hatten nur ein Ziel – das Banner. Doch um an dieses heranzukommen mussten sie erst einmal an den Nachtwachenposten vorbei, die überall auf dem Platz verteilt waren. Schritt für Schritt arbeiteten sie sich weiter zum Lagerfeuerplatz vor. Wo war das J-GCL-Logo bloß? Es war so dunkel, man konnte wirklich kaum etwas erkennen. Was war das? Zum Glück nur eine Fledermaus. Der Zeltplatz sah im Dunkeln viel größer aus, als bei dem schönen Wetter am Nachmittag. Ah da ist es ja! Langsam, Schritt für Schritt tasteten sie sich an den Holzmast mit dem Banner. „Wer ist da?“ Oh nein, da saßen auch Kinder! Jetzt gilt nur noch eines: Rennen was der unebene Boden hergibt! „Ich hab dich!“ „Ja, ist ja schon gut, ich gebe mich geschlagen!“ So lange in der Dunkelheit herumsitzen und auf den richtigen Augeblick warten und dann lohnt es sich noch nicht einmal. Schade, aber vielleicht klappt es ja nächstes Jahr.

Nicht nur die Überfäller waren am nächsten Morgen müde und nach dem langen Ausschlafen konnten sich alle beim Brunch stärken. Langsam krochen schließlich doch die Letzten aus ihren Zelten und für die 7/8-Klässler ging es heute auf die berühmte 2-Tagestour. Dick bepackt mit Schlafsäcken, Isomatten und Proviant für die nächsten 2 Tage verließen alle in Wanderschuhen den Platz. Jede Gruppe legte sich ein individuelles Tagesziel fest und dorthin wanderten sie. Alle hofften sich nicht zu verlaufen, denn das Tagesmotto kündigte auch dieses Risiko an – „Das verrückte Labyrinth“. Die jüngeren Schüler spielten am frühen Nachmittag, sofern sie nicht mit einer kleinen Gruppe von Freiwilligen das Kneippbecken unter Anleitung eines Leiters reinigen wollten, was allen sehr viel Spaß bescherte und eine sauber Badestätte zur Folge hatte – und anschließend durften dann alle ein wenig wandern. In Medebach angekommen gab es ein tolles Stadtspiel und nach dem Zurücklaufen zum Zeltplatz, das Abendessen. Als dann langsam die Sterne auftauchten und die Fledermäuse herumflatterten und Glühwürmchen einen schmalen Pfad säumten, begann ein weiterer Programmpunkt: die gruselige Nachtwanderung. Die 5/6-Klässler liefen eng zusammen, was wenn dort im Gebüsch jemand lauern würde? Plötzlich sprangen tatsächlich mehrere Personen auf den Weg und entführten eine Leiterin. Nach einer spannenden Grusel-Geschichte ging es wieder zurück zum Zeltplatz und auf dem Weg lag auf einer Bank die verschwundene Gruppenleiterin. „Zum Glück ist ihr nichts passiert“ dachten viele ihrer Gruppenkinder und nachdem sie in ihren Zelten warm eingepackt waren, fielen allen schnell die Augen zu. Das Frühstück am nächsten Morgen begann entspannt, es war nur noch die Hälfte der Kinder auf dem Platz, da die „Großen“ immer noch wandern waren. Das Gedrängel an den Spülwannen- trotz Spülreihenfolge- fiel auch etwas ruhiger aus als sonst. „Halli Galli“ hieß das Tagesmotto und nach dem Abtrocknen des Geschirrs fing die Spielolympiade an. Am Nachmittag sollten die begehrten Wasserspiele stattfinden, doch leider fielen sie im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Es regnete in Strömen, doch gespielt wurde trotzdem: Halli Galli, Monopoly, Poker, Uno und viele andere Spiele begeisterten die Kinder. Nach und nach kamen auch die 7/8-Klässler wieder auf dem Zeltplatz an und erzählten erfreut von den vergangenen 2 Tagen.

Nachmittags trübte sich die Stimmung bei den Kindern etwas, denn heute Abend sollte das EM-Fußballhalbfinale stattfinden, vermutlich ohne sie, wie sollten sie auch auf dem Zeltlager etwas wie einen Fernseher herbekommen? Doch die Rettung kam in Form unseres Schulleiters, Herrn Dr. Angert, da war die Freude groß! Er stand plötzlich auf dem Zeltplatz, doch er war nicht allein gekommen. Er brachte für fast 200 Kinder und Jugendliche Chips, Gummibärchen und einen Beamer mit, um zusammen mit uns am Abend das Halbfinale zu schauen. Nach dem Abendessen ging das spannende Spiel los. Provisorisch wurde eine Leinwand aus großen Plakaten zusammengebastelt und dank den Leitern, die sich mit der Technik auskannten, hatten wir sogar auf dem Zeltplatz ein Fernsehsignal! Nun stand dem aufregenden Ereignis nichts mehr im Wege. Nachdem Deutschland sogar gewonnen hat, wurde gemeinsam am Lagerfeuer gesungen und es folgte ein weiteres Highlight des Tages: Schokobananen. Die von der Glut aufgewärmten Bananen mit Schokoladensoße waren bei den Kindern äußerst beliebt. Satt und mit einem süßen Nachtmahl gestärkt, verließen anschließend alle das Lagerfeuer und gingen schlafen. Der nächste Tag versprach anstrengend zu werden, denn auf dem Tagesplan stand als Thema: „Activity“. Der Morgen begann mit einem Impuls und nach dem Frühstück ging es los mit dem Programm. Ob Tanzen, entspannen bei Yoga, eine Hütte oder einen Staudamm bauen, die Kinder hatten ihren Spaß bei den Workshops. Alle nahmen die neu erlernten Dinge mit und konnten zufrieden auf diese Zeit zurückblicken. Das Mittagessen diente an diesem von Bewegung geprägtem Tag als wahre Entspannungspause, ebenso die kleine Freizeitphase etwas später. Denn währenddessen liefen die Vorbereitungen für die Geländespiele auf Hochtouren und gelungen waren diese den planenden Leitern allemal. Nach diesem Programmpunkt und dem Abendessen folgte auch sofort der Nächste: „der Casinoabend“. Doch so einfach konnten die Kinder natürlich nicht in den abgetrennten Bereich, um die mühevoll erarbeiteten Punkte in GCLopoly-Spielgeld umzutauschen. Zuerst mussten sie an 2 Personen vorbei: den Türstehern. Nur die ausnahmsweise mal saubere Kinder und Jugendliche durften ihren Begrüßungsdrink entgegennehmen und sich an die kunstvoll dekorierten Spieltische setzen. Nach der Begrüßung von den in Abendgarderobe erschienenen Leitern des Casinoabends wurde gespielt ohne Ende. über 10 Spiele sorgten für reichlich Abwechslung und Spaß. Doch auch dieser Abend neigte sich irgendwann dem Ende zu. Nun hieß es: „ab in die Zelte“ doch für die 7/8-Klässler wurde ein kleiner Aufschub gewährleistet. Im dunklen Wald wurde noch ein letztes Spiel für diesen Tag gespielt: das Nachtgeländespiel. Hier zählten nicht nur die Rohstoffe, die erobert werden mussten, sondern auch Taktik und Vorausdenken. Anschließend krochen alle müde in ihre Schlafsäcke – das Tagesthema „Activity“ war wirklich berechtigt.

„Aufstehen!“, dies war ein Wort, auf welches viele am Freitagmorgen hätten verzichten können. Allerdings war es schon später als an manch anderen Tagen. Doch das Tagesmotto „Mensch ärgere dich nicht!“ zauberte den müden Schülern/Innen doch ein Lächeln ins Gesicht. Nach dem Morgenimpuls und frisch gestärkt ging es an die Vorbereitungen für den Bunten Abend. Hier waren neue Ideen gefragt und von den Zeltlager-News bis hin zu der Dekorationsgruppe waren alle in einem Arbeitsfieber, denn es sollte ja alles so schön wie möglich gestaltet werden. Am Nachmittag gab es für die älteren einen Orientierungslauf und die Jüngeren unter den Schülern vergnügten sich bei einem großen Spielangebot. Im Bach und im Kneippbecken wurde geplanscht und fast alle Brettspiele waren besetzt. Die Kinder, die nach dieser Woche trotzdem noch mehr Bewegung brauchten konnten sich beim Frisbeewerfen oder Fußballspielen vergnügen. Der Bunte Abend mit der Miss-und-Mister-GCLopoly-Wahl konnte nun beginnen. Herzblatt, 2 neue Zeltlagerlieder, die spannenden News und vieles mehr begeisterten die Kinder. Gedankt wurde am Ende des Abends den Küchenleuten, die eine so große Menge an Personen immer mit leckerem und ausreichend Essen versorgt hatten.

Ein riesengroßes Lagerfeuer und ein schöner Abendimpuls ließ das Zeltlager 2008 ausklingen. Nach dem gemeinsamen Singen folgte der Abschiedsschmerz- morgen würde schon alles vorbei sein.

Der letzte Tag begann und das Tagesmotto hieß: „Game over“ und diesmal ging es wirklich früh aus den Schlafsäcken. Es gab bis zur Abreise, um 10 Uhr, noch so viel zu erledigen. Morgenimpuls, Frühstück und hektisches Abbauen und Zusammenpacken der Zelte, Schlafsäcke, Luftmatratzen und Taschen folgte. Vor der Abreise musste allerdings noch der Platz und die Waschräume sowie die Toiletten blitzblank geputzt werden. Schließlich wollte die 2. Woche einen ebenso sauberen Platz vorfinden, wie wir auch. Nachdem alles erledigt war, saßen schließlich alle im Bus und die Fahrt zum Usa-Wellenbad Parkplatz in Bad Nauheim ging los. Dort angekommen fielen die Meisten zuerst ihren Freunden und Verwandten in die Arme bevor es ans Suchen der persönlichen Sachen ging. Schließlich hatte jeder seine Gepäckstücke wiedergefunden und nach und nach leerte sich der Parkplatz. Eines ist sicher – so eine tolle Gemeinschaft gibt es nur im Zeltlager und wir LeiterInnen von der J-GCL Bad Nauheim hoffen, dass dies noch lange erhalten bleibt. Wir sind stolz und glücklich, euch allen diese Woche ermöglicht zu haben und hoffen, ihr habt sie ebenso genossen, wie wir auch! Dank gilt allen, die mitgewirkt haben, in egal welcher Form, und dazu beigetragen haben, das Zeltlager 2008 in Medelon zu einem besonderen Ereignis zu machen.

 
 

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